fürs wilde campen in freier Natur
Diese komplette Liste stammt von Cromagnon. Ich habe sie bewusst in der Orginalform gelassen, weil man da sehr schön erkennt, dass sie mit der Zeit gewachsen ist. Bei Bedarf kann ich den Kontakt herstellen.
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"Sie umfaßt bewußt nur (!) das eher Exotische, nicht die Dinge, an die praktisch jeder Wohnmobilist oder Primitiv-Biwakierer (absolut unausgebauter, rein blechern belassener Ford-Transit-Kasten ohne Heizung, Wasser, Radio usw. und auch ohne Isolierung) denken muss.
Ich habe selber gestaunt, an was man da so alles denken kann. Aber in 29 Sommern mit vielleicht knapp 40 Reisen - fast alle in die Dauphinee und Haute Provence - und mit praktisch immer dem gleichen Primitiv-Gefährt (im Sommer der Himmel auf Erden!!) kommt so einiges an Ideen zusammen.
Die Liste nennt Manches doppelt, da sie allmählich immer weiter ergänzt worden ist; bitte mir dies nachzusehen.
Und ob Sie's glauben oder nicht: all der Klimbim ist gewissermaßen der Schlüssel zur Seligkeit (ich wiederhole mich).
Nochmals ein privater Hinweis: auch wenn es anders aussieht: an unserem Biwakmobil (Mobiwak) haben wir an absolut nichts gespart; allerdings eben nur wirklich Sinnvolles beschafft...
Der Erfolg war umwerfend...
Mit freundlichen Grüßen Ihr
- cromagnon -- (so haben Franzosen uns getauft)
Zusatzliste:
-- Wichtig sind vielleicht auch mehrere Feuerzeuge, Sturmstreichölzer, Kerzen, mehrere Kugelschreiber und Bleistifte (!), Papier, Gummiringerl, Büroklammern, Sicherheitsnadeln, Uhu, Nadeln, Nähzeug, eine DIN-A-5-Plastikhülle, die Papiere fasst und die man als Not-Trinkbecher nutzen kann, eine oder zwei Taschenlampen samt Reservebatterien (oder Dynamo-Lampen; Lampen idealerweise mit Stirnband-Leuchten) und ähnlich nützlicher Kleinkram mehr; also alles, was Dir noch einfällt und was manchmal sehr wichtig werden kann, während es wenig wiegt und wenig Platz benötigt.
-- Vielleicht auch Kaugummi (statt Zähneputzen)
Ford-Transit-Liste:
Teilweise sicherlich trivial, teilweise auch ganz bewusst "übertrieben". (Sie soll ja nicht "belehren", sondern einfach dem Vergessen entgegenwirken!!)
Vieles aber hat sich schon erstaunlich gut "im Gelände" bewährt; vor allem, wenn kleine Notlagen auftreten
Viel Spass!!
Ca. 20 kräftige und einfache S-Haken, unglaublich oft nützlich
Ca. 40 stabile Gummikabel, div. Längen, unglaublich oft nützlich
Von allem in dieser Liste genannten Kleinkram beschafft man am besten weitaus mehr, als man für sinnvoll hält. Denn erstens schwinden die Dinge gern, zweitens "verlaufen" sie sich in allen möglichen Ecken, wo sie im Dauereinsatz verbleiben, und drittens sollten überall welche rasch greifbar sein; hier also niemals sparen.
3-6 Salatschüsseln, ineinanderpassend, Plastik
2-3 Eimer, ineinanderpassend, toll zum Wasserholen, Wäschewaschen und Duschen
Natürlich Kochgeschirr, Gaskocher (oder Spiritus etc.) und so weiter
Einen flachen Behälter zum Schöpfen von Wasser aus sehr flachen Rinnsalen (notfalls tut's ein Lappen zum Aufsaugen und Auswringen.)
Ca. 60 kräftige Metallklammern (Zeichenbedarf) sowie Wäscheklammern etc., viele Grössen
3-6 kräftige (6-10 mm) sowie dünnere Seile (aber nicht unbedingt Bergseile), zum Beispiel für See-Steilufer-Klettereien oder auch für gesichertes Baden in schnellen Flüssen etc.
1-2 Abschleppseile; evtl. Abschleppstange
evtl. einen sehr starken Wagenheber (von Därr beispielsweise)
Sowieso muss Auto-Werkzeug mitgeführt werden; und vielleicht auch - je nachdem - wichtige Ersatzteile wie Schläuche aller Art, Keilriemen, Wasserpumpe, Anlasser, Lichtmaschine und so weiter.
evtl. einen "Greifzug" zum Herausziehen eines Wagens aus Morast etc. Dazu ein Erdankler und dergleichen für die "feste" Gegenseite
evtl. feste Spanngurte mit Ratsche zum Fixieren von allem Möglichen
mehrere Wäscheleinen und Paketschnüre evtl. sogar Bergseile
massenhaft(!) Papiertaschentücher und -rollen, sicherheitshalber!
2-3 Plastikplanen gegen Sonne und Wasser, mit Ösen.
Kräftigen Wanderstock, ca. 2 m lang, auch als Tragestock, aber auch gegen Schlangen etc.
1-2 Wasserkanister MIT AUSLAUFHAHN (!!!!), die per S-Haken an die Regenrinne etc. gehängt werden können; erspart das eingebaute "Badezimmer"
Stoff-Hängeregal für die Wand mit vielen kleinen Fächern für Kleinkram
Sturm-Streichhölzer
Ein paar Bretter und Holzkeile (oder "gute Bücher", wassergeschützt durch Plastiktüten!!) für's Waagerechtstellen des Wagens sowie als Basis für den Wagenheber
Klappspaten, ideal wenn Pickel dran, also: je teurer, desto besser (Gut ist der von der Bundeswehr)
Dynamo-Taschenlampe, griffbereit
Mehr Feuerzeuge als man glaubt, überall verteilen
Mehr billige Brillen (falls man welche braucht) und Sonnenbrillen ("für "Notfälle") als man glaubt, überall verteilen.
Schneeketten für Moraststrecken etc. (etwas locker aufgespannt helfen sie am besten, aber nur im Gelände; Vorsicht, sie wickeln sich gern um die Achse))
Pfefferspray (griffbereit) gegen Hunde etc; kann aber auch gefährlich werden.
Gutes Fernglas möglichst griffbereit
Viele alte Zeitungen, helfen immer wieder mal
Viele alte Plastiktüten, auch für Abfälle etc.
Mehr Regen- und Kälteschutzkleidung (Plastikumhänge und Woll-Pullis) sowie (grosse!!) Schirme, als man glaubt
Badesandalen, Turnschuhe, Normalschuhe, SOLIDE Bergschuhe und GUMMISTIEFEL (letztere besonders nützlich, auch im Morast sowie als Schutz vor Stachligem und Schlangen im Wald)
3-4 Rollen zu je 5 Metern Stahldraht diverser Stärken; evtl. auch isolierten Elektrodraht zusätzlich (wird alles immer wieder mal benötigt!)
Isolierband-Rollen, festes Gewebeband und superfest klebendes Gewebeband
Pro Mann ein Rucksack, falls es mal nur noch zu Fuss zurück in die Zivilisation geht.
Nachträgliche Ergänzung vom 2004-09-22:
Als sehr praktisch hat sich ein 2-3 Liter fassender Kanister mit "Pritschlwasser" erwiesen, das als Nicht-Trinkwasser selbst in Bächen und Seen problemlos und also fast jederzeit aufgefüllt werden kann, oder auch an dubiosen Brunnen. Mit ihm lässt sich, ohne die besseren Wasser-Vorräte anzugreifen, vielfach kleine Wäsche waschen oder auch partiell duschen etc.
Nachträgliche Ergänzung vom 2006-06-19:
Ein wasserdichter Behälter in Tupperware-Art, den man mit Wäsche, Waschmittel und Wasser füllen kann und der als eine Art "Waschmaschine" arbeitet; vor allem infolge der Bewegung durch das fahrende Auto. -- Notfalls tun es auch zwei oder drei ineinander steckende Plastiktüten; eine allein könnte leicht undicht werden und unangenehme Nässe zur Folge haben.
Das Ganze bewährt sich gut zum Waschen von Badehosen etc.; vor allem, wenn keine Bäche in der Nähe sind und Wasser knapp ist.
Nachträgliche Ergänzung vom 2006-07-12:
Gut ist auch ein Schlauch, zwei bis drei Meter lang, fingerdicke Öffnung, eher starr. Mit ihm kann man Quellwasser in einen Eimer ableiten oder auch Wasser aus einem sehr flach fließendem Gewässer evtl.
Was macht einen guten FT-Nachtplatz aus?
Immer Sonne nach Belieben
Immer auch Schatten nach Belieben
Nicht oder kaum gesehen von aussen (Weg, Strasse, Fluss, See, Bahn) her
Schöne Aussicht/Fernsicht; ideal auf Berge, Bahnen, Schiffe etc.
Guter Blick auf sich Nähernde
Nur e i n Zugangsweg (problematisch, könnte nämlich beim Rausfahren versperrt sein)
Problemlos waagerechtes Aufstellen möglich
Seitentür-Seite weg vom Weg
Rausfahrsicher auch nach Regen
Keine Überschwemmungs- oder Murengefahr
Gewittersicher
Windgeschützt
Sturmsicher (keine gefährlich hohen Bäume)
Ruhig
Fern anderer Menschen
Bequemer Bach, Fluss oder Seezugang ganz nahe
Gefahrloses Schwimmen/Baden möglich (Strömung nicht zu schnell, Ufer leicht erklimmbar)
Bequemer Trinkwasser-Quell- oder -Brunnen-Zugang ganz nahe
Dichte Büsche oder schöner Wald als Deckung bei "privaten Verrichtungen" aller Art.
Diese Liste wurde seit etwa 1974 schrittweise aufgestellt.
Noch ein paar Worte: Alles hier ist bewußt eher primitiv gehalten; daß man teurer leben kann ist ja sowieso klar. Nur: wir haben als Ehepaar mit vierjähriger Tochter 1976 das Wildbiwakieren als reinen Wochenend-Spaß begonnen und haben damals sicherheitshalber nur ganz billig und primitiv mit einem 5000-Mark-Vehikel angefangen. Denn wir waren uns nicht sicher, ob wir die ganze Sache nicht nach ein paar Nächten wieder mangels Freude aufgeben würden.
Na, und mit den Jahren haben wir zwar alles sinnvoll(!!!) scheinende dazu gekauft und absolut nichts uns sinnvoll scheinende weggelassen; denn materiell schwanden die Probleme gottlob mit der Zeit. Mit der Folge, dass man besagte 29 Sommer oder rund 1400 Nächte ohne jeglichen Wunsch nach mehr Komfort oder Aufwand auf das Herrlichste hat leben können.
Man muß es halt sportlich sehen...
Jetzt noch ein paar Anmerkungen zum betont naturnah-primitiven Biwakieren im simplen Blechlieferwagen ohne Kühlschrank, Campingleuchten, Handy, Radio, TV und dergleichen, (und vor allem in trockenen, südlich-warmen Gegenden wie der Provence) - formuliert am 14. Dezember 2006:
So stellte sich mit der Zeit beispielsweise heraus, dass fast alles, was die großen Läden wie Intermarche, Tengelmann etc. an Knabberzeug und Getränken zu bieten haben, auf Dauer nicht interessiert.
Dagegen greift man immer und immer wieder gern zu Brot aller Art, zu Käse, natürlich zu frischem Obst und Gemüse, evtl. zu haltbarer Salami etc. und natürlich zu Konserven. Letztere vor allem für Fälle, in denen man aus irgendwelchen Gründen länger als erwartet irgendwo im Einsamen bleiben will oder gar muss.
Bei Gebäck hat sich auf Dauer eigentlich nur so etwas wie die bekannten Leibnitz-Keks bewährt; alles andere hat man meist sehr rasch satt - doch ist all dies natürlich Geschmackssache.
Und bei Getränken lehrte die Erfahrung von drei Jahrzehnten, dass Bier in warmen Ländern meist nicht schmeckt, denn selbst im Bach "gekühlt" ist es meist noch zu warm. Ähnliches gilt für Weißwein und Champagner.
Hingegen haben H-Milch, Kondensmilch, Kaffee, Tee, Rotwein, Orangensaft und kohlensäurehaltiges Mineralwasser sich immer und immer wieder bestens als Durst-Feuerwehr bewährt. Auch sind sie alle problemlos ohne Kühlung aufzubewahren; auch in angebrochenen Behältnissen.
Und speziell der Rotwein ist ideal, will man Leitungswasser zu einem wirklich erfrischenden Durstlöscher machen: zehn bis 20 % Wein im Glas genügen bereits und stören auch nicht die Weiterfahr-Tauglichkeit...
Kondensmilch, Kaffeebohnen, Tee und ein wenig auch der Rotwein haben überdies anderen Getränken gegenüber den Vorteil, dass sie wenig Stauraum belegen; man muss halt nur noch Trinkwasser dabei haben oder suchen. Oder "einen Bach abkochen".
Ach ja; lebt man in dieser Weise naturnah und sitzt man obendrein noch ganz still neben dem Auto, so kommen ganz von selber, also ohne dass man lange suchen und pirschen müsste, in freier Wildbahn nicht nur Rehe daher, die man ja sowieso oft sieht. Sondern auch Hirsche, Wildschweine, Eulen, mal ein Luchs, sowie Hasen und Füchse. Und manchmal sogar ein Hase drei Meter entfernt, der wie ein Wilder rennt. Denn zwei Sekunden später folgt ihm der Fuchs...
Außerdem lernt man mit den Jahren jede Menge Schlangen kenne, nette und andere, giftige. So auch eine "grande verte", die gerade eine Frosch in sich hineinwürgte.
Trotz dieser Giftwürmer sind mir aber sogar mehrere "Cromagnons" bekannt, die lieber vier Wochen auf eigene Kosten im mobilen Primitiv-Biwak leben, als vier Wochen im Fünf-Sterne-Hotel auf Einladung; also ohne jede Kosten. Und das sogar, wiewohl es natürlich immer wieder auch mal regnet und sonstige Widrigkeiten das Vergnügen ein wenig trüben. Denn, wiederum: kaum hört der Regen auf, von Sonne rede ich noch gar nicht, kennt das Glücksgefühl fast keine Grenzen mehr...
Herzliche Grüsse Ihr -cromagnon--
eeeeeeeeeeeeeeeeeeeende"
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